Kinofilme sind ein Erlebnis für sich.
intimacy der Film
Sie ist das Salz in der Suppe, die geheime Zutat die jeder kennt, Filmmusik. Im Idealfall bildet sie zusammen mit dem Film eine perfekte Symbiose aus akustischen und optischen Reizen die uns für immer in Erinnerung bleiben ohne das wir sie eigentlich bemerken.
Film Musik ist Kino für die Ohren
Zwei Töne, das langsame ein und ausatmen in eine Mundharmonika und sofort haben wir das Bild der berühmten Lynchszene aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ vor Augen, oder andersherum das auftauchende U-Boot, das uns sofort die mitreißende Musik Klaus Doldingers ins Ohr bringt. Dies sind nur 2 von vielen Bespielen in denen diese Symbiose perfekt funktioniert, jedoch ist das bei weitem nicht immer der Fall. Viel häufiger ist es so, dass Musik einen mittelmäßigen Film rettet oder ihm zumindest zu Kultstatus verhelfen kann. Dabei unterschätzt der Zuschauer nur zu gerne die unterstützende Funktion der Musik in der Dramaturgie.
Schaut man sich beispielsweise die berühmte Duschszene aus Alfred Hitchcocks Psycho einmal ohne Musik an, muss man ernüchtert feststellen, dass es sich eigentlich um eine recht profane, ja, eigentlich langweilige Szene Handelt die nicht lange im Gedächtnis bleiben wird, erst die Musik macht hier den entscheidenden unterschied zur Kultszene. Das soll nicht bedeuten das Filmmusik aus jedem Schrott ein Meisterwerk macht, aber ein gezieltes Einsetzen von Musik, kann sehr wohl den Unterschied zwischen gut und sehr gut bedeuten, denn Musik löst beim Zuschauer unterbewusst Emotionen aus, wodurch man den Zuschauer lenken, Spannung aufbauen, untermalen, halten aber auch auflösen kann.
Oft überstrahlen die Musiken aber auch ihre Filme und bleiben uns lange in Erinnerung obwohl wir uns nicht mehr an den eigentlichen Film erinnern. Es gibt Filmmusik-Themen, die fast täglich im Fernsehen bei Dokumentationen eingesetzt werden, ohne dass der Zuschauer sofort den originalen Film vor Augen hat, beispielhaft hierfür ist die Musik für „Tatsächlich - Liebe“ die bei jeder Kuppelshow mehrfach verwendet wird. Hier ist es offensichtlich nicht gelungen diese Symbiose aus Film und Musik zuschaffen, die sich nicht mehr lösen lässt, dennoch löst es immer und immer wieder die wohlige Emotion aus für die sei einst geschrieben wurde.
Der Film läuft dadurch aber in die Gefahr zum reinen Lieferanten für Musik zu werden. Andersherum zeigt es aber auch wie schwierig es eigentlich ist, ein wirkliches filmisches Meisterwerk zu vollbringen und dabei völlig auf Musik zu verzichten. Es gibt wenige wirklich gelungene Beispiele hierfür, etwa „No Country for Old Men“ wäre hier zu nennen, aber meist fehlt etwas, die emotionale Bindung zu dem Geschehen auf der Leinwand. Film ohne Musik ist sicher machbar, Dogma 95 etwa macht es sogar zur Regel, dennoch fehlt ohne sie etwas entscheidendes, am ende kommt es eben doch wie bei einer Guten Suppe auf den Koch an, wie er die einzelnen Zutaten einsetzt und zur Geltung bringt.